FDP: Arena-Hüterin und Kultur-Mann
Gisela Piltz und Michael Dimitrov treten bei der Bundestagswahl für die FDP an. Wir stellen die beiden Kandidaten vor. RP
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 17.09.2009 - 15:10
Düsseldorf (RP) Gisela Piltz und Michael Dimitrov treten bei der Bundestagswahl für die FDP an. Wir stellen die beiden Kandidaten vor.
Schwarz-Gelb ist die Wunsch-Koalition von Gisela Piltz nach der Bundestagswahl am 27. September. Es gibt aber viele Punkte, in denen sich die Chefin der Düsseldorfer Liberalen so gar nicht einig ist mit dem potenziellen Traumpartner CDU. Und zwar immer dann, wenn Freiheitsrechte der Bürger in Gefahr sind: Vorratsdatenspeicherung, das gläserne Bankkonto oder biometrische Daten in Reisepässen - da schlägt die ansonsten umgängliche Juristin kämpferische Töne an. Denn das ist ihr Gebiet: Seit 2002 ist Piltz Mitglied des Bundestags, und derzeit ist sie Innen- und Kommunalpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion.
Dennoch ist die 44-Jährige überzeugt, dass eine Regierung aus CDU und FDP Deutschland nach vorne bringt. Die Jahre der großen Koalition sind ihrer Ansicht nach verlorene Zeit für dringend notwendige Reformen. Die Düsseldorfer Rathauspolitik, in der das bürgerliche Bündnis seit zehn Jahren das Sagen hat, ist für sie ein Vorbild, wie es funktionieren kann.
Sie kennt aber auch die Grenzen. Mit dem verstorbenen OB Erwin war Piltz ein prima Team, gemeinsam verkaufte man zum Beispiel die Stadtwerke-Mehrheit. Doch beim Gezerre um die Arena hörte für die Anhängerin von Fortuna und DEG die Freundschaft auf - als die Stadt hinter dem Rücken des liberalen Partners die Arena-Betreibergesellschaft zurückkaufte, kündigten die Liberalen offiziell das Bündnis auf. Die bürgerliche Mehrheit im Rathaus war dadurch jedoch nicht in Gefahr - bei wichtigen Entscheidungen blieb die FDP meist an der Seite der CDU. Allerdings setzte sich die FDP - wie SPD und Grüne - für einen Arena-Aufsichtsrat ein, den Erwin nie gewollt hatte. Piltz ist bis heute die Vorsitzende des Kontrollgremiums.
Dem nächsten Bundestag wird Piltz dank ihres sicheren Listenplatzes auf jeden Fall angehören.
Dass er ein reiner Zählkandidat für seine Partei ist, stört Michael Dimitrov nicht. Der 36-Jährige, der im Wahlkreis 108 erstmals bei einer Bundestagswahl antritt, ist realistisch genug, dass er mit dem Listenplatz 57 wohl kaum ins Berliner Parlament einziehen und im eher rot geprägten Düsseldorfer Süden gewiss auch kein Direktmandat holen wird. Engagierten Wahlkampf macht er dennoch: „Die Partei hat mich aufgestellt, das ist ein Vertrauensbeweis. Und ich habe dadurch Gelegenheit, mich für die Sache einzusetzen, die mir seit langem wichtig ist.“
Damit meint der Vater eines neunmonatigen Sohnes die liberale Politik, die seit zehn Jahren zu seinem Leben gehört. 1999 trat Dimitrov bei den JuLis, den Jungen Liberalen, ein, vier Jahre später bei der FDP. Seitdem arbeitet er dort eher organisatorisch-strategisch im Hintergrund. Den Bundestag als langfristig Ziel kann er sich aber „sehr gut vorstellen“ und weiß auch, wofür er sich einsetzen würde: „Das zentrale Thema der Zukunft ist Bildung“, sagt der Germanist und Kunsthistoriker. Das erfordert seiner Ansicht nach auch deutliches finanzielles Engagement, weil sich mit guter Bildung und Ausbildung so viele Probleme unserer Gesellschaft lösen ließen. Jugendgewalt zum Beispiel oder Probleme mit mangelnder Integration.
Notwendig sei kognitive, aber auch kulturelle Bildung, betont Dimitrov. Als Mitarbeiter im Team für kulturelle Bildung des städtischen Kulturamts weiß er, wovon er spricht. Dimitrov ist zuständig für Projekte zwischen Künstlern und Schulen, betreut aber auch „Düsseldorf ist ARTig“, das sich an Jugendliche und Senioren wendet. Zwischen beiden Gruppen gebe es erstaunliche Parallelen, sie seien selbstbewusst und sehr aktiv.
Wie viel er am 27. September holen will? „Zweistellig wäre schön.“
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