Impressum / Kontakt   Mediengalerie   Termine   

Donnerstag 21 Januar 2010 - 08:28 Uhr  |  Aus dem Ressort

Karneval in der Altstadt RP

Manfred Neuenhaus, der nicht nur juristische Schwierigkeiten bei einem möglichen Verbot befürchtet. "In der Praxis ist es nicht machbar", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende. Laut Neuenhaus benötige die Stadt etwa 150 bis 200 Mitarbeiter, die kontrollieren. Die FDP bevorzugt den Einsatz von Polizei und Ordnungsamt zur gezielten Schlichtung von Auseinandersetzungen zwischen den Besuchern. Für die Umsetzung einer Pfandregelung sei die Stadt nicht verantwortlich.

 

 

CC kämpft für Extra-Pfand

VON ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 08:03

 

 

Düsseldorf (RP) Die Altstadt-Gemeinschaft und das Comitée Düsseldorfer Carneval sahen ursprünglich keine Möglichkeit, in diesem Jahr ein Zusatz-Pfand auf Glasflaschen zu organisieren. CC-Chef Oxenfort will aber noch nicht aufgeben.

 

Engelbert Oxenfort, Präsident des Comitée Düsseldorfer Carneval (CC), glaubt nach wie vor an ein Extra-Pfand für Glasflaschen im Karneval. "Ich bin nicht abgeneigt, das noch mal zu machen", sagt . Der Veranstalter des Rosenmontagszugs hatte in den vergangenen drei Sessionen gemeinsam mit der Altstadt-Gemeinschaft ein Pfandsystem organisiert, das die Händler verpflichtet hat, bei Glasflaschen einen Euro Pfand zusätzlich zu erheben. CC-Geschäftsführer Jürgen Rieck hatte kürzlich erklärt, dass es eine Neuauflage der Aktion dieses Jahr nicht geben werde.

 

Laut Oxenfort liege das hauptsächlich an den Händlern, die durch die Altstadt-Gemeinschaft und ihren Vorsitzenden Dirk Schaper repräsentiert werden. Für die Interessen der Händler habe er großes Verständnis. "Ich werde trotzdem versuchen, Herrn Schaper noch für die Sache zu gewinnen – denn die Aktion war in den vergangenen Jahren ein Erfolg", sagt der CC-Präsident.

 

Nicht alle machten mit

 

Darin sind sich Oxenfort und Schaper einig: "Alle sehen das Problem, nur keiner tut was", so die Kritik Schapers an der Politik und Verwaltung. "Wir haben ein Zeichen gesetzt und bewiesen, dass das System funktionieren kann", sagt Schaper weiter. Auf freiwilliger Basis sei es aber von der Altstadt Gemeinschaft und dem CC auf Dauer nicht umzusetzen.

 

14 Kioske und zwei Supermärkte der Altstadt haben laut Schaper im vergangenen Jahr mitgemacht und Jetons für einen Euro pro Glasflasche an die Kunden verteilt. Die Aufsicht darüber habe die Verantwortlichen jedoch überfordert. "Außerdem haben einige Kioskbesitzer im Laufe der Karnevalstage die Regel zunehmend lascher ausgelegt", sagt Schaper, der die Verantwortung nun bei der Düsseldorfer Verwaltung und Politik sieht.

 

Die Forderung: ein Glasverbot in der Altstadt für die Karnevalszeit. "Es wäre bedauerlich, wenn die Pfand-Regelung dieses Jahr nicht zum Zuge kommen würde", sagt Andreas Hartnigk (CDU) stellvertretender Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses (OVA). Hartnigk zweifelt jedoch an dem Sinn eines generellen Flaschenverbots.

Ebenso sein Ratskollege Manfred Neuenhaus, der nicht nur juristische Schwierigkeiten bei einem möglichen Verbot befürchtet. "In der Praxis ist es nicht machbar", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende. Laut Neuenhaus benötige die Stadt etwa 150 bis 200 Mitarbeiter, die kontrollieren. Die FDP bevorzugt den Einsatz von Polizei und Ordnungsamt zur gezielten Schlichtung von Auseinandersetzungen zwischen den Besuchern. Für die Umsetzung einer Pfandregelung sei die Stadt nicht verantwortlich.

 

Die SPD hält indes an ihrem Vorstoß zum allgemeinen Glasflaschen-Verbot in der Altstadt fest und will zumindest für die Karnevalszeit eine unbürokratische Lösung erwirken. "Neben einem Pfandsystem denken wir beispielsweise an zusätzliche Glascontainer, an die Selbstverpflichtung der Händler und an eine Werbekampagne, die die Besucher überzeugen soll, kein Glas mitzubringen", sagt Martin Volkenrath, OVA-Vorsitzender von der SPD. In den nächsten Tagen will er darüber auch mit Oberbürgermeister Dirk Elbers sprechen.

 

Die Aktion Extra-Pfand begrüßt auch das Ordnungsamt. "Das Engagement des CC und der Altstadt-Gemeinschaft sind sehr anerkennenswert und eine Möglichkeit, die enorme Menge der Flaschen einzudämmen", sagt der kommissarische Leiter des Ordnungsamtes, Michael Zimmermann. An eine nachhaltige Wirkung glaubt er jedoch nicht. "Es gibt einfach kein Mittel, die Altstadt glasfrei zu bekommen."



TAGS

Neuenhaus