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Dienstag 26 Januar 2010 - 09:40 Uhr  |  Aus dem Ressort

Rheinbahn soll investieren RP

Nach Ansicht von Neuenhaus sind weitere Investitionen in Fahrzeuge und das Streckennetz nicht nur wirtschaftlich zwingend erforderlich. Es gehe auch um die Umwelt und die Lebensqualität in der Stadt. Verkehrsforscher würden Düsseldorf in spätestens 15 Jahren den Verkehrsinfarkt prognostizieren, wenn nicht mehr Menschen ihr Auto stehen lassen. "Es wäre bitter, wenn wir uns diesem Problem nicht stellen würden. Mit der Rheinbahn zu fahren, hat schließlich wieder einen guten Klang", sagt der FDP-Politiker. Es sei keine Schande, kein Auto zu haben oder es stehen zu lassen: "Ich sehe immer mehr Geschäftsleute in den Bussen und Bahnen."

 

 

 

Politiker stellen Forderung

Rheinbahn soll investieren

VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 07:49

 

 

Düsseldorf (RP) Zum 16. Mal in Folge hat das Verkehrsunternehmen sein Defizit verringert. Sparen ist wichtig, sagen Experten von FDP, SPD und Grünen. Die Rheinbahn müsse ihre Beliebtheit bei den Fahrgästen nutzen und noch mehr Geld ins Streckennetz und in den Service stecken.

 

Düsseldorfer Politiker nehmen das gute Geschäftsergebnis der Rheinbahn zum Anlass, von der Unternehmensspitze weitere Investitionen zu fordern. Zustande gekommen ist es vorrangig durch steigende Fahrgastzahlen. FDP-Verkehrsexperte Manfred Neuenhaus sieht darin die Verpflichtung, das Streckennetz auszubauen und die Takte für Busse und Bahnen zu verdichten. "Wenn die Leute um 7.30 Uhr keinen Sitzplatz mehr kriegen, waren sie längste Zeit Rheinbahn-Kunden und steigen wieder aufs Auto um", fürchtet der Liberale. Außerdem müssten mehr Hochbahnsteige gebaut werden. Durch sie gewinne man Zeit beim Ein- und Aussteigen.

 

Auch Martin Volkenrath (SPD) sieht Bahnen und Busse im Vorteil gegenüber dem Pkw, so lange sie schneller durch die vielbefahrenen Straßen der Landeshauptstadt kommen. Deshalb favorisiert er für Busse Beschleunigungsspuren. Außerdem müsse die Rheinbahn behindertenfreundlicher werden.

 

700 Millionen Euro Investitionen

 

Das Düsseldorfer Verkehrsunternehmen hat im vergangenen Jahr ein geringeres Defizit eingefahren als im Wirtschaftsplan vorgesehen war. 47,9 Millionen Euro waren angepeilt, mit 46,5 Millionen Euro bleibt das Unternehmen darunter. Diese Zahl umfasst allerdings noch nicht den Dezember. Experten rechnen jedoch nicht damit, dass das Ergebnis dadurch beeinträchtigt wird. Seit Mitte der 90er Jahre fährt die Rheinbahn einen konsequenten Konsolidierungskurs. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen begonnen, massiv in seine Infrastruktur zu investieren. Teil dieses 700 Millionen Euro umfassenden Programms sind auch neue Bahnen für die künftige Wehrhahn-Linie.

 

Gerade darin sieht Norbert Czerwinski (Grüne) ein Risiko. Bei manchen Baureihen von Siemens seien Folgekosten entstanden, weil nachgebessert werden musste. Auch die Sanierung der U-Bahntunnel könne teurer werden als bisher angenommen. Zwar habe der Vorstand versichert, dass sie besser in Schuss seien als andernorts; aber die Bedingungen an die Sicherheit durch die EU seien extrem hoch, meint Czerwinski.

 

Nach Ansicht von Neuenhaus sind weitere Investitionen in Fahrzeuge und das Streckennetz nicht nur wirtschaftlich zwingend erforderlich. Es gehe auch um die Umwelt und die Lebensqualität in der Stadt. Verkehrsforscher würden Düsseldorf in spätestens 15 Jahren den Verkehrsinfarkt prognostizieren, wenn nicht mehr Menschen ihr Auto stehen lassen. "Es wäre bitter, wenn wir uns diesem Problem nicht stellen würden. Mit der Rheinbahn zu fahren, hat schließlich wieder einen guten Klang", sagt der FDP-Politiker. Es sei keine Schande, kein Auto zu haben oder es stehen zu lassen: "Ich sehe immer mehr Geschäftsleute in den Bussen und Bahnen."

 

214 Millionen Fahrgäste

 

Mehr als 214 Millionen Menschen (2007: 213 Millionen) fuhren 2008 mit der Rheinbahn – so viele wie nie zuvor. Für 2008 hatte das Unternehmen zum 15. Mal in Folge sein Defizit verringert: um 10,3 auf 41,9 Millionen Euro. Das heißt schon was, weil öffentlicher Personennahverkehr nie kostendeckend sein kann.

 

 



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Neuenhaus, Rheinbahn