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Donnerstag 28 Januar 2010 - 16:43 Uhr  |  Aus dem Ressort

Straße durch den Hofgarten RP

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): "Damit will die Opposition das Projekt möglichst lange hinauszögern, damit es bis zur Kommunalwahl 2014 nicht fertig wird." Rot-Grün wolle, dass die Bürger irgendwann genervt auf den Kö-Bogen reagierten. "Es wird massive Einschränkungen geben. Deshalb muss es unser Ziel sein, so schnell wie möglich fertig zu werden."

 

 

 

Straße durch den Hofgarten

Baumfällung wird vorbereitet

VON DENISA RICHTERS UND CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 07:49

 

Düsseldorf (RP) Gärtner haben am Mittwoch im Hofgarten bereits Sträucher und Büsche beseitigt, die rund um die 24 Bäume stehen, die bald der Interimsstraße weichen sollen. Dennoch betont die Verwaltung: "Wir wollen noch keine Fakten schaffen."

 

Die Informationspolitik in Sachen Kö-Bogen hat gestern für neuen Gesprächsstoff gesorgt. Im Hofgarten waren am Morgen mehrere Gärtner im Einsatz, die das Fällen von 24 Bäumen vorbereiteten. Im Auftrag des Kö-Bogen-Investors beseitigten die Arbeiter Büsche und Sträucher, die rund um die Bäume standen – offenbar ohne Wissen oder Einverständnis der Stadt.

 

Nach Anfrage unserer Redaktion ließ der zuständige Beigeordnete Gregor Bonin die Arbeiten umgehend beenden. "Wir wollen vor Montag keine Fakten schaffen", sagte Bonin. Am Montag soll die Kleine Kommission, ein politisches Beratungsgremium speziell für dieses Projekt, noch einmal detailliert über die Interimsstraße im Hofgarten und die Folgen informiert werden. Bonin stellte zugleich aber auch klar: "Es gibt zum Fällen der Bäume keine Alternative."

 

Verunsicherung ist groß

 

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ist empört über die Grünen, die ebenfalls der Kleinen Kommission angehören. Obwohl in dieser Runde 2009 laut Rathaus bereits zweimal über die geplante Trasse im Hofgarten informiert worden war, hatten die Grünen zunächst betont, in der Bezirksvertretung am vergangen Freitag erstmals davon gehört zu haben. "Ich finde das unverschämt", so Strack-Zimmermann.


"Damit will die Opposition das Projekt möglichst lange hinauszögern, damit es bis zur Kommunalwahl 2014 nicht fertig wird." Rot-Grün wolle, dass die Bürger irgendwann genervt auf den Kö-Bogen reagierten. "Es wird massive Einschränkungen geben. Deshalb muss es unser Ziel sein, so schnell wie möglich fertig zu werden."

 

Dennoch ist die Verunsicherung groß: Margarete Bonmariage, die ehrenamtlich das Schwanenhaus im Hofgarten betreut, hat die Sorge, dass bei Regen von der Fahrbahn der neuen Straße Öl oder Reifenabrieb in den angrenzenden Teich, die Landskrone, gespült werden und dort den Schwänen, Enten und Gänsen schaden könnten. Der Beigeordnete Bonin kann ihr diese Befürchtung nehmen: "Die Entwässerung der Straße erfolgt über Rohre in Richtung Baufeld, nicht in Richtung der Landskrone."

 

Unterdessen werden auch mögliche Alternativen zu der Interimsstraße diskutiert. Der Architekt und Stadtplaner Jochen Kuhn regt an, den Autoverkehr anders zu leiten: Der aus dem Norden über Fischer- und Kaiserstraße kommende Verkehr könne über die Maximilian-Weyhe-Allee zur Heine-Allee geleitet werden, der aus dem Süden über Berliner Allee und Steinstraße.

 

"Das ist aus Kapazitätsgründen nicht möglich", sagt Bonin. Denn über die Interimsstraße solle auch der Verkehr aus der Schadow- und aus der Immermannstraße in Richtung Heinrich-Heine-Allee fließen, was mehrere tausend Fahrzeuge täglich betreffe. Das sei bei Kuhns Lösung nicht möglich. An den relevanten Punkten Hofgarten- und Elberfelder Straße werden werktags 14 000 bzw. 18 000 Autos gezählt.

 

 

 



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