So viel kostet das Castello die Stadt RP
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ist froh, dass die Halle "zu einem überschaubaren Betrag" erhalten bleibe, weil sie für den Sport im Süden notwendig sei. Allerdings könne sie sich nicht erinnern – obwohl es eine Bedingung zur Erhöhung der Mietzahlungen seitens der Stadt gewesen sei –, "dass der Kämmerer dem Rat nach 2007 einen Wirtschaftsplan für das Castello vorgelegt hat".
Düsseldorf
So viel kostet das Castello die Stadt
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 08:17
Düsseldorf (RP) Im nicht-öffentlichen Teil der heutigen Ratssitzung wird die Politik über Details der verpflichtenden Übernahme der verschuldeten Reisholzer Mehrzweckhalle Burg-Wächter Castello informiert. Laut der Vorlage des Rathauses wird der Kredit mit jährlichen Raten von 352.000 Euro abbezahlt.
Seit vergangener Woche steht fest, dass die Stadt die verschuldete Reisholzer Mehrzweckhalle Burg-Wächter Castello übernehmen muss. Der Grund ist das Heimfallrecht, zu dem sich die Stadt quasi als Bürge gegenüber der Stadtsparkasse verpflichtet hat.
Das Bankhaus war 2004 nur unter dieser Bedingung bereit, das öffentlich-private Projekt, mit dem der benachbarten Schule eine Sporthalle und den Profi-Handball- und Basketballvereinen eine Spielstätte verschafft werden sollte, zu finanzieren: Sollte der Sportverein der Freien Christlichen Schulen Düsseldorf (FCSD), der für den Bau und Betrieb der Halle zuständig war, die Kreditraten nicht mehr zahlen können, müsse die Stadt das Castello übernehmen. Dieser Fall ist nun eingetreten. Details wird Kämmerer Helmut Rattenhuber heute nicht-öffentlich dem Stadtrat erläutern.
Versuch der Umschuldung
Da die Stadt in der Pflicht ist, stimmt der Rat nicht ab, sondern wird nur informiert. Laut dem Papier, das unserer Zeitung vorliegt, hatte der Sportverein FCSD noch versucht, den Kredit zur Commerzbank umzuschulden. Das wäre die Stadt jedoch teurer gekommen als der Heimfall.
Die Entschädigung, also die Summe, die die Stadt für den Heimfall zahlen muss, bemisst sich am Sachwert der Halle und liegt bei mehr als 24 Millionen Euro. Kosten (u.a. Personal, Reinigung, Abschreibung) und Erträge (Mieteinnahmen durch Nutzung FCSD, Veranstaltungen) gegengerechnet ergibt sich folgendes Bild: Zu den 1,35 Millionen Euro, die die Stadt bisher jährlich als Miete für die Hallennutzung der HSG (Handball) und Giants (Basketball) an Frommann gezahlt hatte und die nun entfallen, kommen weitere 352.000 Euro hinzu. Das Castello soll ins Hallenkonzept der Düsseldorf Congress Veranstaltungsgesellschaft (DC) eingegliedert werden. Betreiber soll jedoch das Sportamt sein.
Die Politik wird all das zur Kenntnis nehmen – mangels Alternativen mehrheitlich wohlwollend. "Unter diesen Umständen halte ich die jährliche Zusatzbelastung für vertretbar. Dafür ist es ja dann unsere Halle", sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub.
Seine Fraktion habe diese öffentlich-private Partnerschaft bereits 2004 abgelehnt. Wie CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen findet Raub gut, dass das Castello in die Hallenfamilie integriert werden soll. Das begrüßt auch Günter Karen-Jungen, Fraktionschef der Grünen, kritisiert aber, dass das Sportamt als Betreiber vorgesehen ist. "Ich will, dass das komplett von der DC gemanagt wird unter Einbeziehung der Sportamts."
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ist froh, dass die Halle "zu einem überschaubaren Betrag" erhalten bleibe, weil sie für den Sport im Süden notwendig sei. Allerdings könne sie sich nicht erinnern – obwohl es eine Bedingung zur Erhöhung der Mietzahlungen seitens der Stadt gewesen sei –, "dass der Kämmerer dem Rat nach 2007 einen Wirtschaftsplan für das Castello vorgelegt hat".
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