Wieder Oper für alle / WELT
Kulturdezernent Hans-Georg Lohe gab auf Nachfrage von Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) an, die Oper habe bei der Planung dieses Punktes Vergleichsangebote eingeholt. Allerdings gebe es nur zwei Anbieter auf dem Markt, die das für die Veranstaltung notwendige spezielle Equipment auch zur Verfügung stellen können.
Wieder Oper für alle
Von Nicole Lange 9. März 2010, 04:00 Uhr WELT
Public Viewing am Burgplatz: Stadt will 250 000-Euro-Zuschuss bereitstellen
Es war ein Kulturabend der besonderen Art: Die Spielzeiteröffnung der Deutschen Oper am Rhein verfolgten im vergangenen Jahr tausende Menschen bei einem kostenlosen Public Viewing auf dem Burgplatz. Harald Schmidt und Eckart von Hirschhausen präsentierten damals unter dem Motto "Oper am Rhein für alle" die erste Düsseldorfer Operngala, die auf einer 70 Quadratmeter großen Leinwand am Rheinufer zu sehen war. Der Erfolg soll in diesem Jahr wiederholt werden, geplant ist der 16. Juli - und nun hat auch der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig den Weg für einen Sonderzuschuss für die Veranstaltung freigemacht. So sollen 250 000 Euro für die kulturelle Großveranstaltung bereitgestellt werden. Am 25. März ist der Zuschuss noch Thema im Rat.
Insgesamt kostet das Großevent nach den vorliegenden Berechnungen 432 000 Euro - davon allein 200 000 Euro für die Public-Viewing-Technik. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe gab auf Nachfrage von Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) an, die Oper habe bei der Planung dieses Punktes Vergleichsangebote eingeholt. Allerdings gebe es nur zwei Anbieter auf dem Markt, die das für die Veranstaltung notwendige spezielle Equipment auch zur Verfügung stellen können. "Es gibt dabei sehr spezielle Technikanforderungen." Geplant sei nun, dem günstigeren der beiden Anbieter eine Zusage zu geben. Zur weiteren Finanzierung erklärte Lohe, der Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein wolle sich mit 50 000 Euro beteiligen. Überdies wird auch mit Spenden und Sponsorengeldern gerechnet. Klar ist aber: Falls diese geringer ausfallen als erwartet, wird die Stadt nicht noch einmal in die Tasche greifen. Stattdessen würde die Oper in diesem Fall den fehlenden Betrag aus ihrem eigenen Etat zusteuern.
Die Oper jedenfalls plant schon fleißig an dem Großevent, dass auch Nicht-Fans anlocken soll. "Das ist eine innovative Art, Publikum zu gewinnen", sagt Sprecherin Tanja Brill. "So kann man auch an die Leute herankommen, die bisher noch nicht ins Opernhaus kommen." Nach der Public-Viewing-Veranstaltung im vergangenen Jahr hätten sich viele Besucher entsprechend geäußert und angekündigt, nun auch einmal eine Oper besuchen zu wollen. "Das hat die Leute sehr berührt."
Das Programm für dieses Jahr steht bislang nicht in allen Punkten fest - etwa, wer diesmal die Moderation des Abends übernimmt. Die Riege der Solisten wird Vesselina Karasova anführen, eine der international gefragtesten Mezzosopranistinnen. Zudem ist diesmal auch das Ballett am Rhein unter Leitung von Martin Schläpfer dabei, zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober.
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