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Freitag 12 März 2010 - 15:31 Uhr  |  Aus dem Ressort

Pinkwart sieht für Hauptschulen keine Überlebenschance / DER WESTEN

Die Düsseldorfer FDP fordert eine Abschaffung der Hauptschule. In ihrer jetzigen Form sei sie fast tot, sagte uns Fraktionschef Neuenhaus. ANTENNE DÜSSELDORF

 

 

FDP will Hauptschule abschaffen

 

Düsseldorf - Die Düsseldorfer FDP fordert eine Abschaffung der Hauptschule. In ihrer jetzigen Form sei sie fast tot, sagte uns Fraktionschef Neuenhaus. Die Düsseldorfer Hauptschulen haben seit Jahren mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. Neuenhaus geht damit in die selbe Richtung, wie sein Partei-Kollege NRW-Bildungsminister Pinkwart, der in der nächsten Legislaturperiode alternativ zur Hauptschule eine Kombination aus Haupt-, Real- und Gesamtschule einführen will. Die Düsseldorfer FDP will die Landtagswahl abwarten - danach müsse auch in der hiesigen Schullandschaft eine Revolution her. Vor allem der Begriff „Hauptschule“ sei mittlerweile so negativ besetzt, dass Eltern ihre Kinder dort nicht mehr hinschicken wollten. Interessant wird in der Folge wohl die Diskussion mit dem Koalitionspartner CDU. Die Union will an der Schulform Hauptschule festhalten.

 

12.03.2010 - 15:21 Antenne Düsseldorf

 

Bildung : Pinkwart sieht für Hauptschulen keine Überlebenschance

Nachrichten, 11.03.2010, Theo Schumacher DER WESTEN

 

Düsseldorf. Der schwarz-gelben Landesregierung steht neuer Streit über die Schulpolitik ins Haus: NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) begräbt im Interview die Hauptschule, an der die CDU so gerne festhalten will.

Herr Pinkwart, die Hauptschule schrumpft ungebremst. Zu Schuljahresbeginn wechselten in NRW nur noch 13,6 Prozent der Viertklässler zu dieser Schulform, die Zahl der neuen Hauptschüler sank um 8,5 Prozent. Ist die Hauptschule noch zu retten?

Andreas Pinkwart:Der Trend geht eindeutig zu anderen Schulformen. Dafür sehe ich mehrere Gründe: sinkende Schülerzahlen, einen veränderten Elternwillen und erhöhte Anforderungen an schulische Bildung. Dem muss die Landesregierung Rechnung tragen. Mit Blick auf die nächste Legislaturperiode müssen wir uns fragen, ob die Hauptschule, wie wir sie heute kennen, noch eine Zukunft haben kann. Ich meine: nein.

Die schwarz-gelbe Koalition hat viel Geld in die Hauptschule gepumpt, um sie über Ganztagsangebote zu retten. Eine Fehlinvestition?

Pinkwart: Nein. Es war nicht unser Ziel, eine Schulform zu retten, sondern für alle Kinder faire Bildungschancen zu schaffen.SPD und Grüne hatten sich in erster Linie um die Gesamtschule gekümmert und andere Schulformen schlechter gestellt, ob beim Ganztagsbetrieb oder bei den Lehrerstellen. Das haben wir geändert, was vor allem den Hauptschülern zugute kam. Denn sie haben den größten Bedarf und brauchen besonders gezielte Förderung.

Aber für die Zukunft setzen Sie auf die Regionale Mittelschule. Ein Schritt in Richtung SPD und Grüne?

Pinkwart:Ich bin gegen die von Rot-Grün geforderte Einheitsschule bis Klasse zehn,die bei den Schülern sowohl Überforderung als auch Unterforderung erzeugt. Die FDP will neben starken Gymnasien eine zweite, mehr berufsorientierte Säule aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Ich nenne das Regionale Mittelschule. Sie soll bessere Aufstiegschancen für praktisch veranlagte Schüler bieten, aber auch nach Klasse zehn den Weg zum Gymnasium oder Berufskolleg ebnen und damit zum Abitur.

Soll diese Schulform verpflichtend sein?

Pinkwart: Sie ist als Angebot an die Kommunen gedacht. Das Modell ist eine Weiterentwicklung heutiger Verbundschulen, doch setzen wir auf gemeinsamen Unterricht. Denn wir müssen die Chancen besserer Binnendifferenzierung nutzen. Ich kann mir auch eine enge Kooperation mit Berufskollegs vorstellen. Das alles wollen wir unter einem Dach mit einem gemeinsamen Kollegium organisieren.

Da die Regionale Mittelschule nur freiwillig ist, bliebe das Hauptschul-Problem auf absehbare Zeit ungelöst.

Pinkwart: Dort wo das sinnvoll und gewünscht ist, sollen Haupt-, Real- und Gesamtschulen weiterhin auch unabhängig voneinander fortgeführt werden können. Allerdings bin ich überzeugt, dass viele Hauptschulen keine Perspektiven mehr haben. Damit der Weg für die Schüler nicht in die Sackgasse führt, brauchen wir im System mehr Durchlässigkeit von unten nach oben und bessere Aufstiegchancen. Das könnte die Regionale Mittelschule besser leisten.

Die CDU lehnt ein Zwei-Säulen-Modell ab. Wäre das für Sie ein Knackpunkt für eine mögliche Neuauflage der schwarz-gelben Koalition?

Pinkwart: Für uns ist das ein zentraler Verhandlungspunkt, um das Schulsystem fortzuentwickeln. Die FDP ist fest entschlossen, das durchzusetzen.

 

 



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Neuenhaus, Pinkwart, Hauptschule