Hoch hinaus - aber wie? NRZ
Probleme gibt es mit dem Stopp „Kittelbachstraße“. Dort stockt das Planfeststellungsverfahren, weil sich Anlieger gegen Hochbahnsteige in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wehren. FDP-Fraktionschef Neuenhaus hat für diese Verzögerung kein Verständnis. „Wir planen seit Jahren dort einen Hochbahnsteig. Der hätte schon längst fertig sein müssen.“
Michael Mücke NRZ
Düsseldorf. „Wir brauchen eine pfiffige Lösung“, hatte der Rheinbahn-Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Hartnigk (CDU) schon vor Monaten gefordert. Die Fahrgäste werden immer älter, aber nur jede zweite der 99 Stadtbahn-Haltestellen verfügt über Hochbahnsteige, um bequem ein- und aussteigen zu können.
Doch der Bau der 60 Meter langen und 90 Zentimeter hohen Haltestellen ist nicht nur teuer (mindestens eine Million Euro), sondern aus städtebaulichen und verkehrlichen Gründen hier und da nur schwer realisierbar. Beispiel: Luegallee. Dort ist an den Stationen Belsenplatz und Barbarossaplatz kein Platz für die wegen der Rampen deutlich längeren Hochbahnsteige.
Nur nicht durch
die falsche Tür!
„Es geht auch eine Nummer kleiner“, sagen jetzt CDU und FDP. Ihr Vorschlag: Der bisherige Bahnsteig bleibt bestehen und wird durch eine Mini-Rampe ergänzt. Gehbehinderte Fahrgäste können dann dort barrierefrei ein- und aussteigen, während an den anderen Türen weiterhin die Trittstufen ausgefahren werden müssen. Der Bau dieser kleinen „Rampe würde die plötzliche Platzknappheit berücksichtigen. Ein Bahnsteig in Hochlage auf gesamter Länge erscheint nicht zwingend notwendig zu sein“, erklärten CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk und FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus.
Das Problem ist nur: Ein- und Aussteigen etwa von Rollstuhlfahrern ist dann nur an bestimmten noch zu kennzeichnenden Türen möglich. Wer auf einem Hochbahnsteig achtlos irgendwo einsteigt, kommt möglicherweise ein paar Stationen weiter nicht mehr raus, weil die Mini-Rampe nur durch eine andere Tür zu erreichen ist..
Immerhin. Der Prüfantrag von CDU/FDP, Haltestellen nur zum Teil mit einem Hochbahnsteig auszustatten, wurde gestern im Ordnungs- und Verkehrsausschuss einstimmig angenommen.
Die Rheinbahn möchte am liebsten durchgehend Hochbahnsteige auf einer Stadtbahnlinie. Am weitesten ist sie damit auf der Nordstrecke für die U 78 und U 79 vorangekommen. Der Halt Freiligrathplatz ist ausgebaut, die Station „Froschenteich“ seit einer Woche fertig, „Alte Landstraße“ wird am 1. Juni und „Kalkumer Schlossallee“ am 1. August eröffnet, Der Umbau der Haltestelle „Lohausen“ ist für Mitte 2011 vorgesehen. Probleme gibt es mit dem Stopp „Kittelbachstraße“. Dort stockt das Planfeststellungsverfahren, weil sich Anlieger gegen Hochbahnsteige in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wehren. FDP-Fraktionschef Neuenhaus hat für diese Verzögerung kein Verständnis. „Wir planen seit Jahren dort einen Hochbahnsteig. Der hätte schon längst fertig sein müssen.“
Das nächste Projekt linksrheinisch: Für 2012 sind Hochbahnsteige auf dem Luegplatz geplant.
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