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Dienstag 22 Juni 2010 - 10:06 Uhr  |  Aus dem Ressort

„Altstadt zügig neu pflastern“ RP

Bis zu drei Jahre Bauzeit für das neue Pflaster in der Altstadt - nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus ist das ein viel zu langer Zeitraum. „Das muss deutlich schneller gehen, sonst verzweifeln die Leute“, sagt der Liberale und denkt dabei an die Anwohner, den Einzelhandel und die Gastronomen.

Neuer Straßenbelag

„Altstadt zügig neu pflastern“

VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 08:06

Düsseldorf (RP) Im Herbst will die Stadt beginnen, den bisher uneinheitlichen Bodenbelag im historischen Zentrum Düsseldorfs auszutauschen. Drei Jahre sind dafür angesetzt. Die FDP drängt auf einen kürzeren Zeitraum. Das soll geprüft werden. Über das Pflaster, Bänke und Abfallbehälter wird weiter diskutiert.

 

Bis zu drei Jahre Bauzeit für das neue Pflaster in der Altstadt - nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus ist das ein viel zu langer Zeitraum. „Das muss deutlich schneller gehen, sonst verzweifeln die Leute“, sagt der Liberale und denkt dabei an die Anwohner, den Einzelhandel und die Gastronomen. „Wir haben so viele Baustellen in der Stadt“, eine so lange Zeit mit massiven Einschränkungen sei den Betroffenen nicht zuzumuten. „Lieber ein Schrecken mit Ende“, findet Neuenhaus. „Das darf nicht drei Jahre dauern“, sagt auch die zuständige Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt (CDU).

Allerdings müsse auf gewisse Belange Rücksicht genommen werden: So dürfe im Sommer der Terrassenbetrieb der Gastronomen nicht eingeschränkt sein; in Geschäftsstraßen solle der Umbau stückweise erfolgen, damit der Einzelhandel nicht zu sehr behindert werde.

 

Andreas Hartnigk, Verkehrsexperte der CDU-Fraktion und Vorsitzender des Bauausschusses, sieht das differenzierter: „Wir sollten nichts übers Knie brechen.“ Besser sei ein abgestimmtes Konzept, das sowohl die Belange der Anlieger berücksichtigt als auch Events wie Karneval, Weihnachtsmarkt oder Altstadtherbst. Hartnigk weiß aus Erfahrung, wie sehr die Bauarbeiten in Alt- und Innenstadt einschränken. Seine Rechtsanwaltskanzlei liegt an der Kasernenstraße: Unten brummt der Wehrhahn-Linien-Bagger, nebenan wird gebaut, auf der anderen Seite gebohrt. „Das zerrt an den Nerven.“ Hartnigk will deshalb einen Umbau in Etappen.

 

SPD und Grüne sehen es ähnlich. „Die Kanalarbeiten in der Altstadt erfolgten auch nicht gleichzeitig, sondern nacheinander“, sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub. „Wird die Altstadt zeitgleich an mehreren Stellen aufgerissen, gibt das nur Chaos.“ Norbert Czerwinski (Grüne) plädiert dafür, zunächst jene Straßen umzubauen, die nach den Kanalarbeiten nur provisorisch geschlossen worden sind, die anderen sukzessive. Gastronomielastige Bereiche wie die Bolkerstraße sollten wegen der Terrassen keinesfalls in der Sommerzeit umgebaut werden. „Alles gleichzeitig wäre der Altstadt nicht zuzumuten“, sagt Czerwinski.

 

Laut Stadtplanungs- und Verkehrsdezernent Gregor Bonin wurde der bisherigen Zeitrechnung eine Tagesleistung von 70 Quadratmetern zugrunde gelegt. Bei einer Gesamtfläche von 25 000 Quadratmetern und 20 Arbeitstagen pro Monat ergibt sich eine rechnerische Bauzeit von 18 Monaten. Wobei da noch nicht Zwänge wie der Umbau in der terrassenfreien Zeit oder Einschränkungen durch Veranstaltungen eingerechnet seien. „Wir werden versuchen die rein rechnerische Bauzeit so weit wie möglich zu verkürzen“, verspricht Bonin. Zudem sollen noch vor der Sommerpause die Vorschläge für das Pflaster sowie für die Möbel und Abfallbehälter (siehe Info-Kasten) bei einem öffentlichen Abend diskutiert werden. Einen konkreten Termin gibt’s noch nicht.

 

Während das Pflaster in der Politik auf Akzeptanz stößt, herrscht bei den vorgeschlagenen Holz-Alu-Möbeln Skepsis: „An den Bänken splittert schon jetzt nach zwei Wochen das Holz“, hat Hartnigk beobachtet. Er plädiert für klassische Stahl-Eleganz. Schmidt könnte sich einzelne Sitz-Elemente statt Bänke vorstellen. Und die Grünen fühlen sich bei den Abfalleimern an Castor-Behälter erinnert.



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Neuenhaus, Altstadt