Schulpolitik: FDP kündigt Widerstand an
Strack-Zimmermann: „Das Ergebnis ermutigt uns, gegen die rot-grünen Pläne vorzugehen. Sollte in NRW beziehungsweise in Düsseldorf die Grundschule zur sechsjährigen Primarschule ausgebaut werden, wird auch hier der Widerstand groß sein.“von Gökcen Stenzel (RP vom 20.07.2010)
Die im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung angekündigten Pläne zur Schulpolitik stoßen auf wenig Gegenliebe bei den Liberalen in Düsseldorf. Das Gymnasium dürfe nicht ausgehöhlt werden, um letztendlich eine Einheitsschule zu installieren, heißt es in einer Mitteilung der FDP.
Anlass für die Äußerung ist der Volksentscheid in Hamburg. „Das Ergebnis ermutigt uns, gegen die rot-grünen Pläne vorzugehen“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Sollte in NRW beziehungsweise in Düsseldorf die Grundschule zur sechsjährigen Primarschule ausgebaut werden, wird auch hier der Widerstand groß sein.“ In Hamburg war genau dieser Umbau in einem Volksentscheid gekippt worden, der bundesweit Aufsehen erregt hatte.
Die neue NRW-Minderheitsregierung möchte ebenfalls das längere gemeinsame Lernen der Schüler bis zur sechsten Klasse ermöglichen und Schulen schaffen, die danach zu allen Abschlüssen führen sollen. Beobachter sehen keinen Unterschied zur bereits bestehenden Gesamtschule.
„Nicht zuzumuten“
Die Liberalen kritisieren zudem, dass das Land den Städten mehr Entscheidungskompetenzen in Sachen Schule überlassen will: Kommunen können über Schulbezirke entscheiden, einzelne Schulen darüber, ob sie das Abitur nach acht oder neun Jahren abnehmen wollen. Strack-Zimmermann: „Es ist schon niemandem zuzumuten, bei einem Umzug in ein anderes Bundesland in ein anderes Schulsystem zu wechseln.“ Erst recht sei es keinem Bürger zu vermitteln, „wenn jetzt auch noch jede Kommune nach eigenen Vorstellungen Schulpolitik machen kann.“
von Alexander Schulte (WZ vom 20.07.2010)
Partei will gegen rot-grüne Reformen mobil machen
Nach dem Volksentscheid in Hamburg gegen die schwarz-grüne Schulreform mit sechs gemeinsamen Primarschuljahren fühlt sich auch die Düsseldorfer FDP ermutigt, gegen die rot-grünen Schulpläne in NRW vorzugehen. „Wir werden gemeinsam mit den Bürgern nicht zuschauen, wie das Gymnasium langsam aber sicher ausgehöhlt wird, um letztendlich eine Einheitsschule zu installieren“, sagte Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie ist sicher, dass der Widerstand gegen eine sechsjährige Primarschule auch in Düsseldorf sehr stark sein würde.
Grundsätzlich fordert Strack-Zimmermann, den Bildungsföderalismus zu überdenken: „Dass 16 Länder verschiedene Konzepte fahren, ist absurd. Völlig unsäglich wird es, wenn in Zukunft – wie jetzt von Kraft und Löhrmann geplant – jede Kommune Schulpolitik nach eigener Vorstellung machen kann.“
Politiker streiten über Schulpolitik
Düsseldorf - Die Düsseldorfer FDP will dafür sorgen, dass die Schulpolitik der neuen Landesregierung nicht bis nach Düsseldorf durchdringt. Rot-Grün will in NRW bis 2015 30 Prozent der Schulen in Gemeinschaftsschulen umwandeln. Eine Grundschulzeit von sechs anstatt vier Jahren wurde erst am Wochenende in Hamburg durch einen Volksentscheid gekippt. Das Argument der FDP: Wenn jede Kommune über die Schulform selbst entscheiden könne, würde das zu einem Chaos führen. Die Schullandschaft wäre zu unübersichtlich. Sollte sich die NRW-Regierung trotzdem durchsetzen, kündigt die FDP den gleichen Widerstand wie in Hamburg an. Die GRÜNEN begrüßen die Gemeinschaftsschule. Nur sollte man diese Form des Lernens nicht zu schnell einführen. Es brauche Zeit bis die Gemeinschaftsschule von den Eltern angenommen werde, ähnlich dem Beispiel der Gesamtschule.
20.07.2010 - 14:39
Antenne Düsseldorf
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