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Freitag 27 August 2010 - 08:19 Uhr  |  Aus dem Ressort

Königsallee: Im 180000-Euro-Rasen klaffen schon wieder Löcher WZ

Auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP ist angesichts des mauen Wachstums am Graben dafür, den Test zu beenden. „Es gibt Grenzen. Die Natur will es eben nicht.“ Wie Scheffler und Leibauer plädiert sie für eine komplette Alternative zum teuren Rasen.   „Ich rate der Verwaltung dringend, einen anderen Weg einzuschlagen“, sagt Strack-Zimmermann. In anderen Städten könne man sich Anregungen holen, wie eine schattige Böschung auch ohne Grün schön zu gestalten ist.

 

Bürgermeisterin Strack-Zimmermann

 

von Juliane Kinast WZ

 

Drei Monate liegt der neue Rasen am Kö-Graben. Doch Vögel und Schatten haben dem Grün zugesetzt.

 

Als der Rasen vor drei Monaten verlegt wurde, war das Grün satt und voll – das hielt nicht lange an. (Archiv-Foto: Stefan Arend)

 

Düsseldorf. Über ein Jahr Testphase für zigtausend Euro, Ende Mai wurde dann die südliche Hälfte des Kö-Grabens für 180000 Euro mit dem neuen Rasen gesäumt.

 

„Buga-Schattenrasen“ heißt das angeblich besonders widerstandsfähige Designergras, das endlich für durchgehendes Grün an der Uferböschung sorgen sollte. Drei Monate später allerdings wirkt die teure Pracht nun reichlich angekratzt: Überall klaffen Löcher, komplette Rasenplatten blättern ab.

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„Der Rasen sieht schrecklich aus“, findet Wolfgang Scheffler (Grüne), der im zuständigen Ausschuss für öffentliche Einrichtungen sitzt.

 

„Das Ergebnis hätte man auch mit einer besseren Pflege des alten Rasens erreicht. Diese Art der Ufergestaltung ist rausgeworfenes Geld.“

 

Seine Ausschuss-Kollegin Helga Leibauer (SPD) sieht das genauso – und spricht von einem „traurigen Ergebnis“ angesichts der hohen Investitionen in den Kö-Rasen: „Für dieses Geld hätten wir einige Spielplätze umbauen können.“

Künstlerin schlägt Efeu für das Kö-Ufer vor

 

Auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP ist angesichts des mauen Wachstums am Graben dafür, den Test zu beenden. „Es gibt Grenzen. Die Natur will es eben nicht.“ Wie Scheffler und Leibauer plädiert sie für eine komplette Alternative zum teuren Rasen.

 

„Ich rate der Verwaltung dringend, einen anderen Weg einzuschlagen“, sagt Strack-Zimmermann. In anderen Städten könne man sich Anregungen holen, wie eine schattige Böschung auch ohne Grün schön zu gestalten ist.

 

Das könnte auch die Pflegekosten drücken – die für den neuen Rasen bei 20000 Euro pro Jahr liegen, bei einer Begrünung des kompletten Grabens sogar doppelt so hoch.

 

Doch der stellvertretende Gartenamtsleiter Thomas Eberhardt-Köster will den Rasen noch nicht aufgeben. „Es ist ein schwieriger Standort. Hauptprobleme sind der Schatten und die Platanen, die viel Wasser wegnehmen.“

 

Zudem picken, wie die WZ berichtete, immer wieder Dohlen das Gras auf, um nach Nahrung zu suchen. „Dieser Rasen wird sicher nicht immer Golfplatz-Qualität haben“, gibt Eberhardt-Köster zu. „Und es wird sehr viel Aufwand bedeuten, ihn zu pflegen.“ Dennoch hält er am Buga-Rasen fest. „Es dauert, bis das Gras tief verwurzelt ist. Erst nach dem Winter wird man sehen, ob der Rasen durchhält.“

 

Ist dann aber keine Besserung in Sicht, muss eine Alternative her, sagt auch CDU-Chef Friedrich Conzen: Künstlerin Tita Giese etwa habe vorgeschlagen, die Böschung mit verschiedenen Efeu-Pflanzen zu begrünen. Die gedeihen auch im Schatten. Ein matschiges Ufer nur aus Erde jedenfalls, da sind alle Politiker einig, darf es an der Kö nicht geben.



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