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Bildung

Die Bildungspolitik ist ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft. Gerade unsere alternde und schrumpfende Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf Talente zu verzichten. Auch für eine erfolgreiche Integration ist Bildung entscheidend. Die FDP wird daher dafür sorgen, dass Bildung in Düsseldorf auch weiterhin höchste Priorität genießt.

Ganztagsschulangebote

Auf Betreiben der FDP wurden die Angebote der Offenen Ganztagsschulen in der letzten Wahlperiode stark ausgebaut. 56 % aller Grundschüler in Düsseldorf nehmen nun die Ganztagsangebote der Schulen wahr. Auch zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 werden wieder 76 neue Gruppen eingerichtet. Bei der Einrichtung von Ganztagsangeboten in den weiterführenden Schulen bietet Düsseldorf ebenfalls ein im Landesvergleich überdurchschnittliches Angebot.

U3 – Plätze und Kindergärten

Ausreichend Betreuungsplätze für unter Dreijährige werden in den nächsten Jahren geschaffen. Als wirtschaftlich attraktive Großstadt ist Düsseldorf für viele Heimat geworden. Ein hochwertiges Angebot an Betreuungsplätzen ist dabei ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte. Düsseldorf kann diesen Wettbewerb nur gewinnen, wenn unsere Stadt ein
entsprechendes Angebot für die Betreuung von Kindern vorhält.
 
Zum anderen ist frühzeitige und ausreichende Bildung schon im Vorschulbereich auch die richtige Antwort auf eine große soziale Herausforderung unserer Stadt: Nur so haben Kinder die Chance auf volle Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben. Auch für die erfolgreiche Integration von Migranten ist Bildung entscheidend. Dieses Potential darf nicht brachliegen – wir Liberalen lassen niemanden zurück. Was dabei aber in den ersten Lebensjahren versäumt wird, ist oft schwer oder gar nicht aufzuholen.

Deshalb wollen wir eine flächendeckende Versorgung mit U-3-Plätzen und sich daran anschließenden qualifizierten Kindergärten einrichten. Düsseldorf soll bei frühkindlicher Bildung in Quantität und Qualität führend bleiben.

Dabei ist es ein wichtiges Ziel, dass die finanziellen Belastungen in der Zeit der Familiengründung niedrig gehalten werden. Aus diesem Grund wurden zu Beginn des Jahres 2009 auf Initiative der FDP die Kindergartenbeiträge abgeschafft.

Auch private Initiativen von Eltern und Arbeitgebern müssen in diesem Bereich weiter gefördert werden und dürfen nicht an bürokratischen Hürden scheitern.

Schulen

Grundsatz liberaler Bildungspolitik ist die Autonomie der Schulen und die Freiheit der Eltern, die richtige Schule für ihr Kind zu wählen. Die FDP hat deshalb die Schulbezirksgrenzen abgeschafft. Jedes Kind hat nun das Recht seine Schule frei zu wählen, und jede Schule bekommt die Möglichkeit in einen Wettbewerb auf dem „Schulmarkt“ einzutreten. Auf Bestreben der FDP gibt es auch eine zunehmende Profilierung der Düsseldorfer Schulen. Diesen Weg wollen wir weitergehen und durch folgende Maßnahmen ergänzen:

  • Aufgrund der hohen Anmeldezahlen an den Düsseldorfer Montessori-Grundschulen werden wir das Angebot an Montessori-Zweigen bzw. -Schulen erweitern.
  • Darüber hinaus will die FDP wenigstens an einem Gymnasium in Düsseldorf ab der Sekundarstufe 1 (Jahrgangsstufe 5) einen speziellen Förderzweig für Hochbegabte einrichten.
  • Nach dem Vorbild des bereits geschaffenen Sportgymnasiums plant die FDP Düsseldorf die Einrichtung eines Wirtschaftsgymnasiums, um interessierten Schülern eine weitere Möglichkeit zur Spezialisierung zu geben.
  • Die FDP fördert aktiv den internationalen Schüleraustausch und regt an, einen speziellen Fonds zu gründen, der Schülern aus finanzschwachen Elternhäusern einen sechs- bis 12-monatigen Auslandsaufenthalt in Zusammenarbeit mit anerkannten Schüleraustauschorganisationen ermöglicht.
  • Schule muss als Ort des Lernens frei sein von Mobbing und Gewalt. Die FDP setzt sich deshalb verstärkt dafür ein, Streitschlichter und Anti-Gewalttrainings an den betroffenen Schulen einzuführen.
  • Die Hauptschulen dürfen nicht zu sog. „Restschulen“ verkommen. Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen müssen je nach ihren spezifischen Problemlagen gefördert werden, um optimale Bildungschancen für unsere Schüler zu erreichen. Die Hauptschule muss ihren Absolventen wieder eine realistische Chance auf den Beginn einer Berufsausbildung im dualen System bieten, wozu eine verstärkte Kooperation mit Wirtschaft und Handwerk eingeführt werden soll. Gerade an sogenannten „Brennpunktschulen“ ist zudem auch eine ausreichende Zahl an Sozialpädagogen sowie ein bedarfsgerechtes Ganztagsangebot erforderlich, um eine zusätzliche Betreuung für die Schüler zu ermöglichen.

In der Schulgebäudesanierung sind wir schon weit gekommen. Nach dem bisher bestehenden Plan der Stadtverwaltung dauert die Sanierung aller Schulen allerdings noch viele Jahre an. Gerade in extremen Fällen ist das für die Kinder und Jugendlichen, die jetzt zur Schule gehen, unzumutbar. In Zusammenarbeit mit privaten Partnern aus der Bau- und Kreditwirtschaft soll weiterhin erreicht werden, dass alle Schulen innerhalb der nächsten Ratsperiode renoviert werden.

Derzeit verlassen in Düsseldorf jedes Jahr mehr als 430 Jugendliche die Schulen ohne Bildungsabschluss. Hochgerechnet auf die kommende Wahlperiode wären das mehr als 2.000 Düsseldorfer Jugendliche. Für die FDP ist dieser Missstand nicht hinnehmbar und muss mit hoher Priorität bekämpft werden. Die FDP setzt sich für eine Bündelung der Ressourcen aus den Bereichen Jugendhilfe und Schule, Kultur, Soziales, Arbeitsmarkt und Ausbildung, um allen Jugendlichen jedes Jahrgangs einen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Ein „Masterplan Bildung und Ausbildung“ soll gerade in den sozialen Brennpunkten dafür sorgen, dass auch Jugendliche aus sogenannten bildungsfernen Haushalten einen Abschluss erhalten. Die IHK und Handwerkskammern sowie die Träger der Jugendhilfe sind in das Projekt einzubeziehen. Die FDP setzt sich das Ziel, die Zahl der Schulabbrecher deutlich zu senken und schon kurzfristig mindestens zu halbieren.

Die FDP fordert eine stärkere Einbeziehung der Berufskollegs als wichtige Institution der erweiterten Allgemeinbildung und der beruflichen Qualifizierung in die kommunale Bildungspolitik: Die Qualität der berufsschulischen Anteile hat erhebliche Bedeutung für die Qualität der Ausbildung Jugendlicher. Die FDP fordert daher, die Angebote der jeweiligen Berufskollegs besser aufeinander abzustimmen und neue Angebote zu entwickeln. Das gilt besonders für die Höheren Berufsfachschulen, die zur Fachhochschul- und zur Allgemeinen Hochschulreife in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Erziehungs- und Gesundheitswesen führen.

Freizeitangebote für Jugendliche

Die FDP will umfassende und attraktive Angebote für alle Jugendlichen schaffen. Dazu sollen städtische, konfessionelle und private Träger von Einrichtungen wie Jugendclubs und Sportvereinen enger zusammenarbeiten. Den beteiligten Organisationen muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre eigenen Aktivitäten und Profile weiterzuentwickeln. Dazu gehört eine angemessene und verlässliche Finanzierung im Rahmen einer kommunalen Jugendhilfeplanung.

Hochschulen

Düsseldorf wird weit über die Grenzen NRWs und der Bundesrepublik hinaus als Mode-, Messe- und Einkaufsstadt wahrgenommen, ist jedoch nur wenigen jungen Menschen außerhalb der Region als Hochschulstandort bekannt. Dabei bringen die Heinrich-Heine-Universität mit ihren fünf Fakultäten und die Fachhochschule Düsseldorf mit ihren sieben Ausbildungsrichtungen sowie die Kunstakademie und die Musikhochschule nicht nur rund 30.000 Studierende, sondern auch studentisches Leben in die Stadt. Gerade in Zeiten von tief greifenden wettbewerbsorientierten Veränderungen im Hochschulwesen muss die Stadt neue Anstrengungen unternehmen, um für Studierende attraktiv zu bleiben. Dabei ist es wichtig, Studierende als einen wesentlichen Teil urbaner Kultur und Lebensart zu verstehen. Um kluge Köpfe über die Studienzeit hinaus in Düsseldorf zu halten, müssen die attraktiven beruflichen und privaten Standortfaktoren aufgezeigt werden.

Daher fordert die FDP für die Zukunft eine stärkere Profilierung des Hochschulstandortes Düsseldorf. Um die fähigsten Köpfe zum Lernen und Forschen zu gewinnen, müssen die Hochschulen jedoch auch überregional als Motor der Zukunftsregion Düsseldorf wahrgenommen werden. Hier wird die FDP für die kommenden fünf  Jahre einen Schwerpunkt beim Stadtmarketing setzen.

Einmal im Semester soll es auf dem Campus jeder Düsseldorfer Hochschule einen Düsseldorf-Tag geben, auf dem sowohl städtische als auch sonstige Düsseldorfer Vereine ihr Angebot präsentieren können.

Um Düsseldorf als Hochschulstandort für Studierende attraktiver zu machen, wollen wir in der kommenden Wahlperiode 50 städtische Stipendien ausschreiben. Neben einer elternunabhängigen finanziellen Förderung von 300 Euro monatlich halten wir auch die ideelle Förderung für wichtig. Hierzu gehören Praktika in der Stadtverwaltung und in städtischen Tochtergesellschaften ebenso wie regelmäßige Stipendiatentreffen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Die FDP Düsseldorf unterstützt insbesondere den Erfahrungsaustausch zwischen Hochschulen einerseits und der Düsseldorfer Wirtschaft und beruflichen Praxis andererseits, auch um die gut ausgebildeten Absolventen in Düsseldorf halten zu können.

Die FDP sieht im Neubau der Fachhochschule Düsseldorf auf dem Schlösser-Areal eine große Chance für die Landeshauptstadt. Düsseldorf wird durch eine solche urbane Lösung im Gegensatz zur dezentralen Verteilung der Lehr- und Forschungsstätten kulturell und wirtschaftlich gewinnen.

Zudem setzen wir uns für eine verbesserte ÖPNV-Anbindung von Universität und Wohnheimen ein. Dies gilt insbesondere für eine Ausweitung der Nachtfahrpläne zu den Studentenwohnheimen in Campus-Nähe.